Saumarkt


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Sauguter Ulmer Saumarkt-Kringel

Die Münchner haben ihre Weißwurst, die Nürnberger ihre
kleinen Rostbratwürste. Und die Ulmer haben jetzt den "
Saumarkt-Kringel", erfunden vom Obermeister der
Ulmer Fleischerinnung, Raimund Hörmann. Beim
Zunftschmaus wird die Grillwurst offizielle Premiere feiern.



Herr Hörmann und Herr Hesselschläger

Herr Hörmann (Fleischerinnung Ulm) und
Herr Kesselschläger (Memminger Brauerei)

EDWIN RUSCHITZKA

Endlich hatten einmal die Ulmer und Neu-Ulmer Medienvertreter die Nase vorn und nicht die Rathaus-Obrigkeit. Die ersten Exemplare des "Ulmer Saumarkt-Kringels" wurden schon gestern in der "Lochmühle" serviert. Passend im ebenfalls neuen "Ulmer Saumarkt-Wegga". Und? Einfach saugut, die neue Erfindung des Ulmer Obermeisters der Fleischerinnung, Raimund Hörmann. Am Samstag, 16. Juni, werden Würste samt Wegga auf beim Ulmer Zunftschmaus verkauft. Und danach ist die neue Spezialität dann in den insgesamt 38 Betrieben zu haben, die der Ulmer Metzgerinnung angehören. Also in Ulm, im Raum Ehingen und im Raum Langenau. Nur in und um Blaubeuren herum gibt es eine eigene Metzgerinnung. Vorläufig ohne "Ulmer Saumarkt-Kringel".

Es ist nicht zum ersten Mal, dass Hörmann (49) seine Mitmenschen mit einer Wurstweltneuheit überrascht. 1984, als er im Doppelvierer beim Rudern die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles holte, erfand er die Olympia-Wurst. Und die verkauft er heute noch draußen in seiner Metzgerei in Söflingen. Von Mitte Juni an wird es dort den "Saumarkt-Kringel" geben. Aber nicht nur dort, sondern auch bei allen anderen Innungsmetzgern. Alle haben sich dazu verpflichtet, die Wurst nach der gleichen, von Hörmann erfundenen Rezeptur, herzustellen.

Ein wenig verrät Metzgermeister Hörmann, was drinnen ist: ganz besonders mageres Fleisch vom Schwein und Rind, Gewürze wie Salz und Pfeffer, aber auch etwas Liebstöckel. Die Würste werden auch noch etwas geraucht. Und die Form eines Kringels erhalten sie, in dem beiden Enden des Darms zusammengebunden werden. "Alles Handarbeit", schwört Hörmann. Mit Maschinen lasse sich der "Saumarkt-Kringel" nämlich gar nicht erst herstellen.

Dass der "Saumarkt-Kringel" erstmals beim Zunftschmaus präsentiert wird, ist natürlich astreine Planung. Den Metzgern, Bäckern und Brauern, die dieses Fest zum 31. Mal veranstalten, wird es in diesem Jahr wieder ganz besonders um die Tradition des Saumarkts gehen. Das Fest wird am 16. und 17. Juni steigen, diesmal ohne besonders jugendliche Angebote wie im vergangenen Jahr. Das
habe sich nicht so richtig bewährt, gibt Hörmann zu. Erstmals wird auch kein Ochse zum Grillen aufgespießt, sondern Spanferkel. Auf den Saumarkt gehöre eben eine Sau und keine Kuh. Und zum Saumarkt passt auch der "Saumarkt-Kringel", der an ein Schweinsschwänzchen erinnert.


Patent anmelden

Und weil zur Wurst auch Brot oder Brötchen gehören, hat Hörmann die Ulmer Bäcker zum "Saumarkt-Wegga" angestiftet. Er ist hell und schmeckt ein wenig wie das italienische Ciabattabrot. Bei all den Neuheiten wollte auch die Memminger Brauerei nicht hintanstehen. Sie wird zum Fest 90 Hektoliter "Saumarkt-Bier" brauen - mit mehr Alkohol und Stammwürze. Wegga und Bier werden in Zusammenhang mit Saumarkt wohl nicht geschützt werden, was aber den Kringel betrifft, überlegt sich Innungsmeister Hörmann schon ernsthaft, ob er nicht ein Patent anmelden und sich den Namen schützen lassen soll. "Warum eigentlich nicht", hat er gestern gesagt, "die Münchner habe ihre Weißwurst, die Nürnberger ihre kleinen Bratwürste. Warum sollen die Ulmer dann nicht ihre ,Saumarkt-Kringel bekommen?" Auch die Thüringer hätten ihre Rostbratwurst schützen lassen. Die dürfe jetzt niemand außerhalb Thüringens als Thüringer Rostbratwurst verkaufen. Was Raimund Hörmann wenig stört. Er schlägt mit dem "Saumarkt-Kringel" zurück. Und die Rostbratwurst verkauft er nach wie vor - mit dem Vornamen Söflinger.


(Quelle Südwest Presse 24.05.2007)


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